Mittwoch, 30.09.2026 | 17.00 – 19.40 Uhr | Berliner Freiheit
ACCB Jahresveranstaltung
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Programm
30.09.2026
Medizinischer Hintergrund der Veranstaltung
Amyloidose-Erkrankungen zählen zu den diagnostisch anspruchsvollsten Krankheitsbildern der klinischen Medizin. Ihre Symptomatik ist häufig unspezifisch, der Befall mehrerer Organsysteme erschwert die frühzeitige Einordnung, und die Diagnose wird oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium gestellt. Die ACCB Jahresveranstaltung setzt genau an dieser Stelle an und fördert den interdisziplinären Austausch zwischen Kardiologie, Neurologie und Hämatologie als den drei Kerndisziplinen in der Amyloidoseversorgung.
Ein zentrales Thema ist das Karpaltunnelsyndrom als mögliches Frühzeichen einer Amyloidose. In der klinischen Praxis wird dieser Zusammenhang noch immer zu selten berücksichtigt, obwohl ein bilaterales Karpaltunnelsyndrom insbesondere bei älteren Männern ein relevanter Hinweis auf eine ATTR-Amyloidose sein kann. Die ACCB Jahresveranstaltung beleuchtet, wann diese Verbindung aktiv in Betracht gezogen werden sollte und welche diagnostischen Schritte sich daraus ergeben.
Im Anschluss wird das praktische Vorgehen nach Amyloidnachweis im Ligamentum carpi transversum diskutiert. Die Frage, wie nach einem solchen Befund strukturiert weiterdiagnostiziert wird und welche Fachrichtungen frühzeitig eingebunden werden sollten, ist für den klinischen Alltag hochrelevant. Die ACCB Jahresveranstaltung zeigt, wie ein abgestimmtes interdisziplinäres Vorgehen den Weg zur finalen Diagnose verkürzen kann.
Interaktive Falldiskussionen bilden das Herzstück der Veranstaltung. Unter dem Format „Kolibris” werden klinische Fälle aus Kardiologie, Neurologie und Hämatologie vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Dieser Ansatz verdeutlicht, wie unterschiedlich Amyloidose-Erkrankungen sich manifestieren können und wie ein fachübergreifender Blick die diagnostische Genauigkeit verbessert.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Limitationen aktuell zugelassener ATTR-Therapien. Sowohl aus neurologischer als auch aus kardiologischer Perspektive werden Wirksamkeit, Indikationsgrenzen und praktische Herausforderungen im Therapiealltag erörtert. Ergänzend wird die Rolle von Antikörpertherapien bei der AL-Amyloidose diskutiert. Die ACCB Jahresveranstaltung schafft damit einen strukturierten Überblick über den aktuellen therapeutischen Stand und dessen Grenzen.
Die wissenschaftliche Leitung liegt bei PD Dr. Katrin Hahn, Klinik für Neurologie mit Experimenteller Neurologie, und Prof. Dr. Sebastian Spethmann, Klinik für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin, beide Charité – Universitätsmedizin Berlin.
Das vollständige wissenschaftliche Programm mit Referenten und Zeitstruktur ist im Detail im Veranstaltungsdokument aufgeführt: Download Programm ACCB Jahresveranstaltung
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